PC7-Selektion

 

LSZL 260450Z VRB01KT 2000 –RA FEW002 SCT010 OVC025 16/15 Q1013 RMK YLO

 

15 rücken ein

Das Wetter entspricht den Erwartungen an einen Tessiner Sommer. Noch 14 sind es nach einer Woche und auf den ersten geplanten Flug kommt der Regen. Und er wird uns noch oft zu Flexibilität und „Situational Awareness“ zwingen.

 

Checks, Knöpfe, Geografie und Funk

Die erste Woche war geprägt von Theorien, sowie dem technischen Dienst, in welchem wir das Cockpit der PC-7 kennen und auswendig lernen durften. Sie gipfelte im ersten Turbinenstart und anschliessend dem „Roll-Slalom“. Wir sind uns nicht sicher, ob geradeaus Rollen oder Kurvenfahren schwieriger ist. Offensichtlich dient die erste Rollübung zur allgemeinen Belustigung der zahlreichen Zuschauer.


Erste Flüge, erstmals g-Kräfte, gedrehte Mägen

Trotz einem meteobedingten Ferientag konnten wir in der zweiten Woche sechs Flüge absolvieren. Wir waren erstaunt, wie schnell das Niveau und die Anforderungen an uns gestiegen sind. Nicht alle Gleichgewichtssinne waren zu Beginn an den Aerobatikfiguren erfreut, welche die PC-7 zulässt. Die Gewöhnung dauerte bis Mitte der dritten Woche.

 

Looping, Rolle, Lap turn, Immelmann

Die dritte Woche war klar geprägt von Aerobatik und zum ersten Mal konnten wir die tatsächlichen Fähigkeiten des PC-7 ausloten. Gedrosselt auf 450 PS erreichten wir trotzdem über 400 km/h. Zum ersten Mal wurde die Presstechnik zum Thema und von Zeit zu Zeit durften einige ein gray out „geniessen“. Von 3g aufwärts haben praktisch alle erfahren, was es heisst, über 200 kg zu wiegen.


Trainingsflüge beendet, die Nervosität steigt

Flug 13 stellte sich erneut als Schlechtwetterflug heraus. Bei beinahe Instrumentenflug-Bedingungen weiteten wir unsere Arbeitsräume kurzerhand auf umliegende Kantone aus und durften währenddessen die Schönheit der Alpen aus nächster Nähe begutachten.

Selektionsteilnehmer
Die stolzen Selektionsteilnehmer vor den Testflügen

Jetzt wird’s ernst

Die letzte Flugwoche begann mit dem letzten Trainingsflug. Individuelle Schwächen konnten noch einmal etwas korrigiert werden, bevor es danach in die Prüfungsflüge überging. Von diesem Moment an hiess es nur noch „no Comment“ seitens der Prüfungsexperten. Die Prüfungsflüge bedeuteten nochmals eine deutliche Steigerung von Nervosität und Anspannung. Nach der Landung, hat wohl jeder nur seine Fehler gesehen. Jedes Manöver wurde minutiös mit den Kameraden ausdiskutiert. Schliesslich fehlte jedes Feedback der Prüfer, was nicht besonders beruhigend war. Die eigentlichen Flüge stellten sich als machbar heraus, obwohl wir im Briefing niemals geglaubt hätten, dass wir die komplizierten Abfolgen und Anforderungen jemals bewältigen könnten. Die Erleichterung, aber auch die Wehmut nach dem letzten Engine Shutdown am Mittwoch, war jedem einzelnen deutlich anzumerken.

 

Es liegt nicht mehr in unseren Händen

Das grosse Warten verkürzten wir uns mit einem Besuch an der Air14, einem spontanen Kurztrip nach Nizza und einem kollektiven Adrenalinkick beim gemeinsamen Fallschirmabsprung im Paracentro


Einige Bilder zur PC-7 Selektion findest du in der Galerie!