Medizinisch-psychologische Eignungsabklärung

 

Da ein Militärpilot regelmässig an seine Leistungsgrenzen gebracht wird, ist es von grosser Wichtigkeit, dass er psychisch und physisch geeignet und in Topform ist. Dies wird vom Fliegerärztlichen Institut (FAI) in Dübendorf in zwei Selektionsschritten genau untersucht.

Der 1. Selektionsschritt besteht aus einer 1-tägigen psychologischen Eignungsabklärung und bei erfolgreichem Bestehen, folgen zwei weitere Tage, welche wieder aus einem psychologischen und zusätzlich aus einem medizinischen Teil bestehen.

 

Psychologisches Eignungsgespräch (PEG) - 1 Tag

 

Um 08.00 Uhr beginnt der Tag im Fliegerärztlichen Institut (FAI) in Dübendorf. Den ganzen Morgen über wird man im Einzelgespräch vom Psychologen des FAI befragt. Er versucht dich näher kennen zu lernen, um so deine Stärken und Schwächen hervorzubringen. Dabei kitzelt er möglichst an Themen bei denen man sich unsicher fühlt, welche Antwort erwartet wird. Es ist daher völlig normal, dass man nach jedem Gespräch das Gefühl bekommt, man sei sicher ungeeignet. Am Nachmittag geht es ähnlich weiter. Man versucht einen nochmals zu verunsichern und auf die Probe zu stellen, indem komplizierte Kopfrechnungen abgefragt werden. Anschliessend bekommt man gleich Bescheid, ob man für den nächsten Selektionsschritt antreten darf.


Fliegerärztliches Institut
Fliegerärztliches Institut (FAI) in Dübendorf

Flugpsychologische Berufseignungsabklärung (FBA) - 2 Tage

 

Am ersten Tag stehen die Teamfähigkeit und das persönliche Auftreten im Vordergrund. Dabei werden mit anderen Aspiranten verschiedene Aufgaben bestritten. Manchmal geht es darum, durch Kommunikation gemeinsam ein Ziel zu erreichen oder aber eine gemeinsame Lösung zu finden, welche Nachgiebigkeit und Durchsetzungsfähigkeit erfordert. Es gibt auch Einzelarbeiten, bei welchen meist unter Zeitdruck das best mögliche Resultat erzielt werden soll.

Am zweiten Tag liegt der Schwerpunkt auf der medizinischen Seite. Man wird auf „Herz, Lungen und Nieren“ getestet. Zum Beispiel werden die Herzleistung unter Belastung, die Lungenkapazität, Zustand des Skeletts und der Gelenke, Blutwerte und so weiter getestet. Die Sinnesleistungen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Bei unklaren oder ungenügenden Ergebnissen kann unter Umständen eine Zusatz Untersuchung stattfinden.

Bei einwandfreien Resultaten wird ein Medical Class 1 ausgestellt und man wird für den nächsten Selektionsschritt im PC7-Simulator in Locarno zugelassen.