Europaket

 

 

Nach einer Woche Ferien starteten wir in Kloten mit einem Theorieblock, gefolgt von einer kurzen Phase auf dem DA42-Simulator, welche wir mit dem ersten Teil des IR-Skilltests (Emergency Procedures) abschlossen. Nachdem das Wetter in Florida mehrheitlich durch blauen Himmel und viel Sonne bestimmt war, freuten wir uns sehr unsere erlernten IFR-Skills nun auch wirklich bei schlechtem Wetter unter Beweis zu stellen. Dies taten wir während einem Monat auf der DA42 ab dem Flugplatz Grenchen. Wenn man kurz nach dem Takeoff gleich in IMC gerät, ist das zu Beginn sehr ungewohnt, da man keine Referenzen ausserhalb des Cockpits hat und sich voll auf die Instrumente verlassen muss. Durch das vermehrte Fliegen in Wolken, mussten wir uns das erste Mal auch mit den Gefahren von Eisbildung am Flugzeug herumschlagen, welche wir mit dem gezielten Einsatz des De-Icing-Systems bekämpften.

 

Da die Schweiz nur eine sehr begrenzte Anzahl Flugplätze mit IFR-Anflügen besitzt, zog es uns oft in den süddeutschen Raum oder nach Frankreich. Den Höhepunkt bildete der Klassenausflug nach Dresden, welcher mit einem Nightstop und einem tollen Abendessen verbunden war. Den Abschluss dieser Phase bildete der zweite Teil des IR-Skilltests (Normal Operation), welcher entweder von Grenchen nach Bern oder La Chaux de Fonds führte. Auf Grund der kurzen Flugzeit zwischen den Flugplätzen war vor allem Prioritätensetzung und Captaincy gefragt. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Europhase Ende November ging es nahtlos weiter mit dem MCC-Kurs auf dem A321-Simulator in Kloten.

 

 

MCC

 

Der Wechsel von der DA42 auf den A321 mit einem Multi Crew Cockpit (MCC) war vor allem bezüglich der Komplexität der Systeme auf dem A321 ein riesiger Schritt. Deshalb war eine vorangehende Theoriewoche unumgänglich. Dort lernten wir die verschiedenen Systeme des A321 und das Verhalten im MCC kennen.

Beim ersten Flug im A321-Fullmotion-Simulator wurden unsere Erwartungen weit übertroffen und wir waren begeistert. Das reale Cockpit und die Full-Motion gaben uns das Gefühl in einem echten A321 mit unserem Kollegen auf dem zweiten Cockpitsitz abzuheben.

Wie der Name dieser letzten Phase bei der Lufthansa Aviation Training schon sagt, ging es darum Probleme nebst dem normalen Flug gemeinsam mit dem mitfliegenden Kollegen zu lösen und die Arbeitsteilung so zu gestalten, dass man einen klaren Vorteil aus der Zweimannbesatzung ziehen konnte. Was einfacher tönt als es ist. Denn zu Beginn konnte durchaus 1  Pilot + 1 Pilot kein Pilot ergeben. Doch mit der Zeit lernten wir die richtige Arbeitsweise anzuwenden und zum Schluss war es ein grosser Vorteil, komplexe Probleme wie Rauch im Cockpit verbunden mit weiteren Failures, zu Zweit zu bewältigen.

 

Diese Phase blieb uns als eine der eindrücklichsten bei der Lufthansa Aviation Training in Erinnerung. Mit einem Frozen ATPL (A) im Sack freuen wir uns nun zurück in die militärische Fliegerei zu wechseln. Dort erwarten uns weitere spannende Herausforderungen und Erlebnisse.