Grundausbildung Heli

 

Im Januar 2018 starteten wir in den militärischen Teil der Militärpilotenausbildung. Als erstes stand ein Theorieblock von etwa 6 Wochen an. In dieser Zeit lernten wir die verschiedenen Teilbereiche der Luftwaffe kennen und auch ein erster Block Flugzeugerkennungsdienst stand an. Gleich im Anschluss reisten wir zusammen mit der PK16 auf den Gemmipass für das Alpinsurvival. Dort übten wir uns im Verhalten im Hochgebirge mit der Ausrüstung, welche täglich im Helikopter mitgeführt wird. Dank sehr gutem Wetter und interessanter Ausbildung machte diese Woche sehr viel Spass.

 

Danach ging es endlich los mit dem Helikopterfliegen. Die Vorfreude auf den Eurocopter 635 war riesig, aber als man dann wirklich vom Boden abhob, war es noch besser als wir uns vorstellen konnten. Da es für alle die erste Flugstunde überhaupt auf einem Helikopter war, waren unsere Fähigkeiten ziemlich begrenzt und das Wissen wie ein Flugzeug zu fliegen ist, half nur wenig. Deshalb beschränkten wir uns in den ersten Wochen vor allem auf Schwebeflugübungen und Anflüge auf den Flugplatz Alpnach.

 

Erster Solo

 

Nach knapp 40 Stunden auf dem EC635 durften wir das erste Mal zu einem Solo rund um den Platz starten.  Es war ein super Gefühl und man konnte die weiteren Ausbildungsschritte kaum erwarten.

 

 

 

Aussenlandungen Mittelland

 

Nachdem wir unzählige Stunden rund um den Flugplatz Alpnach absolviert hatten, öffnete sich eine neue Welt, als wir das erste Mal über den schützenden Lopper hinaus ins Mittelland flogen, um Aussenlandungen zu trainieren. Erst dann wurde uns klar für was ein Helikopter perfekt geeignet ist – Für Landungen im Gelände. Es gilt jeweils jede Landezone möglichst genau zu rekognoszieren, bevor man zum Anflug ansetzt. Die vielen Eindrücke und Möglichkeiten waren anfangs überwältigend doch mit der Zeit konnte man die wichtigen Dinge herausfiltern und wir wurden immer schneller im Beurteilen der Landezone. Zum Schluss dieser Phase wurden wir auch für Soloflüge ins Mittelland "released". Das Gefühl alleine in einer Waldlichtung zu landen, war vergleichbar mit dem ersten Soloflug.

 

Gebirgsflüge und Mil IFR

 

Das Prinzip einer Aussenlandung im Gebirge ist grundsätzlich das gleiche wie im Mittelland und trotzdem so verschieden. Deshalb braucht auch diese Phase wieder eine Menge an Flugstunden und Erfahrung bis man es beherrscht. Die Bodenbeschaffenheit, Kabel, Wind und weitere Faktoren spielen eine grössere Rolle im Gebirge und können von Platz zu Platz völlig verschieden sein. Auch hier wurden wir wieder überrascht, wo das eine Landung mit einem Helikopter überall möglich ist.

 

Parallel zu den Gebirgsflügen starteten wir mit Militärischen IFR Flügen, bei denen nur nach Instrumenten geflogen wird. Für diesen Teil half uns die Erfahrung des IFR-Fliegens aus der LAT (Lufthansa Aviation Training), weshalb wir schon bald mit dem Emergency-Training IFR begannen.

 

Lastenflug

 

Schlag auf Schlag ging es weiter mit Lastenflug, ein Thema das wir alle sehnsüchtig erwarteten. Der Lastenflug machte dementsprechend auch viel Spass, stellte sich aber schnell auch als anspruchsvoll heraus. Der Fortschritt war jedoch enorm und so konnten wir bald unsere "einfache" Last gegen Horizontal und Vertikallasten tauschen. Nach einiger Übung mit diesen Lasten ging es dann auch schon bald ins Gelände, wo wir mit mehreren Helikopter gleichzeitig die Lasten auf mehrere Plätze flogen. Dies erforderte neben der fliegerischen Arbeit und der Kommunikation mit dem Bodenpersonal auch eine interne Kommunikation um den Betrieb untereinander abzustimmen.

 

Nun gilt es in Zukunft mit diversen weiteren Lastenflugflügen die Routine zu erlangen und unsere Anflüge mit Last zu perfektionieren.
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